Stadt Bad Soden am Taunus

Stadt Bad Soden am Taunus

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Königsteiner Straße

Die Königsteiner Straße ist, wie bereits auch früher, die Hauptverkehrsader in Bad Soden am Taunus. Auch heute noch säumen alte Villen den Straßenverlauf. Von Süden kommend, empfängt den Besucher auf der linken Seite die Villa Nassovia (Hausnummer 89). Diese Pension beherbergte im Jahre 1843 Giacomo Meyerbeer (1792 - 1864), den Schöpfer der Großen Oper. Ein Jahr später wohnte hier Felix Mendelssohn Bartholdy mit seiner Frau, seinen vier Kindern und drei Hausangestellten. Hier vollendete er sein E-Moll-Violinkonzert Opus 64. Im selben Jahr hielt sich auch Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), der Dichter des Deutschlandliedes, in der Villa Nassovia auf. Ein weiterer berühmter Gast war der Frankfurter Arzt und "Struwwelpeter"-Dichter Heinrich Hoffmann (1809 - 1894), der sich erstmalig schon 1815 mit seiner Mutter die Kurstadt aufhielt. Er besuchte Bad Soden in den Jahren 1888 bis 1894 aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig und wohnte dabei jedesmal in der Königsteiner Straße 89.
Aufgrund eines Brustleidens verbrachte der Frankfurter Dichter Ludwig Börne (1786 - 1837) 1829 und 1830 einige Wochen in Bad Soden. Schon nach kurzer Zeit schien er sich zu langweilen. So schrieb er im Mai 1830 in sein Tagebuch: „Ich bin erst drei Tage hier, und schon ist mir die Zeit über den Kopf gewachsen. Lang, lang, lang!"

Otto von Bismarck besuchte 1856 seine Cousine, die hier zur Kur weilte. Er kannte die Gegend des Taunus von zahlreichen Jagdausflügen und hatte schon früher enge Kontakte mit dem Batzenhaus, das sich einige hundert Meter weiter oben an der Königsteiner Straße in Neuenhain befindet, und dem Neuenhainer Gesangsverein „Apollo" geknüpft. Vier Jahre später, im sogenannten Russenjahr, hielten sich neben Iwan Turgenjew auch Graf Leo Toilstoi, der Mundartdichter Friedrich Stolze und Richard Wagner in Bad Soden auf.

In Tolstois Roman „Anna Karenina" erwähnte der russische Autor in einem Kapitel die Kurstadt: „Ich habe dein abscheuliches Soden sogar richtig liebgewonnen, weil es dich wieder gesund gemacht hat".

Während er und Turgenjew zur Kur anreisten, nutzte Stolze die Nähe Bad Sodens zu Frankfurt zur Sommerfrische. Im Laufe seines Lebens schrieb er mehrere Gedichte über die Stadt am Taunus, u.a. auch eines namens „Die Sodener Krankheit", in dem er dem jährlichen Aufenthalt Frankfurter Töchter und Ehefrauen ein Denkmal setzt. Der russische Komponist Peter Iljitsch Tschaikowski (1840 - 1893) machte 1870 in Bad Soden Urlaub, als er einem kranken Freund bei dessen Kur Gesellschaft leistete.

Folgen Sie nun der Königsteiner Straße weiter bergauf, bis Sie die Ecke des Ramada-Hotels (Königsteiner Straße 88/Paul-Reiss-Straße) erreichen. Auf dem Parkplatz des Hotels befindet sich der Sigrid-Pless-Brunnen.




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