MUSEUMSSTÜCK des Monats: Februar

Münze des Kaisers Trajan - gefunden beim Bau der City-Arkaden

Im Jahre 1985 wurden bei den Grabungen zum Bau der City-Arkaden Gegenstände aus der Römerzeit gefunden und geborgen, darunter auch die sehr gut erhaltene, bronzene Münze, welche nach heutigem Stand im Jahr 99 n. Chr. in Rom geprägt wurde, somit während der Regentschaft von Kaiser Trajan (98 – 117 n. Chr.).

Doch wie gelang diese Münze nach Soden?
85 n. Chr. fiel unsere Region unter die Herrschaft Roms, der damalige Herrscher war der 11. Kaiser Roms, nämlich Kaiser Domitian (81 – 96 n. Chr.). Von nun an gehörte unsere Region der Provinz Obergermanien an. Es gibt nach aktuellem Stand der Forschung nur wenige Funde, welche römisches Leben innerhalb unserer heutigen Ortsgrenzen belegen, deshalb besitzt die kleine Münze für die hiesige Geschichte großen Wert. Es gilt als ziemlich sicher, dass die eine oder andere der Sodener Heilquellen von den Römern bereits genutzt wurde – Aufgefundene Reste von Opfergaben, sog. terra sigillata, legen davon Zeugnis ab.

Was hat die Münze für eine Bedeutung und wen oder was zeigt sie genau?
Bei der gefundenen Münze handelt es sich um ein gewöhnliches „As“. Auf der Vorderseite ist Kaiser Trajan abgebildet, welcher auf seinem Haupt einen Lorbeerkranz trägt. Über Trajans Kindheit und Jugend weiß man nicht viel; doch galt er bald als erfolgreicher Legionär. In seiner Herrschaftszeit erreichte die Ausdehnung des römischen Reiches ihren Zenit. Ihm zu Ehren wurde u.a. um 115 n. Chr. der mit unzähligen Reliefs versehene Trajansbogen in Benevento errichtet, der bis heute erhalten ist. Trajan wird bis heute als einer der fähigsten Kaiser des römischen Imperiums angesehen, noch zu Lebzeiten erhielt er von Zeitgenossen die Auszeichnung „Optimus“ – der Beste.

Trajans Geburtsname war übrigens Marcus Ulpius Traianus, als Kaiser von Rom führte er den Namen Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus. Nicht außen vor sollte man die Umschrift auf der Münze lassen, diese lautet: „IMP(erator) CAES(ar) NERVA TRAIAN. VG(ustus) GERM(anicus) – P(ontivex) M(aximus).“

Die Abbildung auf der Rückseite zeigt die schwebende Viktoria, auch bekannt als Siegesgöttin. In der rechten Hand hält sie einen Schild, auf welchem der Begriff „SPQR“ zu erkennen ist. SPQR ist die Abkürzung für „Senatus Populusque Romanus“. Dieser Schriftzug ist das Hoheitszeichen des antiken Roms und ist heute noch im Wappen der Stadt zu finden.
Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet dies so viel wie „Senat und Volk von Rom“ und hat die tiefgreifende Bedeutung, dass Rom vor der Kaiserzeit einst eine Republik gewesen war.

Während man links von der schwebenden Viktoria ein „S“ liest, findet sich auf der rechten Seite ein „C“. Die beiden Buchstaben stehen für „Senatus Consulto“, sprich die Prägung der Münze wurde vom römischen Senat genehmigt bzw. freigegeben und dokumentiert.