Bedrohter Schmetterling im "Süßen Gründchen"

Weil ihm die Futterpflanze und der Wirt zur Überwinterung fehlen, ist der Helle und Dunkle Ameisenbläuling bedroht. Der Grund dafür ist vermutlich der Klimawandel. Gemeinsam mit Experten, der Stadt Bad Soden am Taunus, den lokalen Landwirten und dem NABU Bad Soden setzt sich der Main-Taunus-Kreis dafür ein, dass er in Schutzgebieten wie dem „Süßen Gründchen“ in Neuenhain erhalten bleibt.

„Wir sind froh, dass wir mit dem Schutz und Erhalt von Orten wie den Wiesen im Süßen Gründchen in Bad Soden am Taunus einen wichtigen Beitrag zum Fortbestand dieser bedrohten heimischen Arten leisten können“, so Erster Stadtrat Dr. Felix Fischer.

Das Überleben des Schmetterlings hängt von zwei wichtigen Faktoren ab: Seine Eier legt er in den Blüten der Großen Wiesenknopfpflanze ab, von denen er sich auch ernährt. Bedingt durch eine trockenere Wetterlage wächst die Pflanze nach der ersten Mahd nicht schnell genug nach. Dadurch fehlen den Schmetterlingen zur Flugzeit im Juli bis August die Blüten für die Eiablage. Die geschlüpften Raupen überwintern bei einer bestimmten Ameisenart und ernähren sich als Parasiten von der Ameisenbrut. Doch auch die Bestände der Ameisen gehen durch die warmen und trocknen Sommer zurück.

Für den Main-Taunus-Kreis untersucht Gutachter Matthias Fehlow die Bestände des Hellen und Dunklen Ameisenbläulings. Im Vergleich zu 2018 ist die Population der Schmetterlinge auf einen Bestand von 5 bis 10 Prozent geschrumpft. Besonders der Helle Ameisenbläuling ist bedroht. Im Jahr 2021 wurden nur noch zwei Exemplare im Kreis gesichtet. In diesem Jahr konnte Matthias Fehlow ausschließlich im Süßen Gründchen noch Schmetterlinge dieser vom Aussterben bedrohten Art beobachten und verzeichnen. 

Um die Schmetterlinge zu erhalten, müssen ihre Lebensräume besonders gepflegt werden. Seit 25 Jahren setzt sich der Main-Taunus-Kreis besonders dafür ein. So werden Wiesen beispielsweise nicht gedüngt und auch der Zeitpunkt der Mahd an den Lebenszyklus der Schmetterlinge angepasst, sodass der Ameisenbläuling genug Futter findet und seine Eier ablegen kann.

Bild: Matthias Fehlow beim beobachten der Schmetterlinge im "Süßen Gründchen"