Vorsicht vor falschen Polizeibeamten!

Im Verlauf des Dienstages meldeten sich bereits über 25 Seniorinnen und Senioren aus dem Kreisgebiet und machten Angaben zu Anrufen derartiger Betrüger. Diese hätten sich teilweise sehr überzeugend als Beamte örtlich zuständiger Polizeistationen ausgegeben und von festgenommenen, rumänischen Einbrecherbanden berichtet. Mittels geschickter Gesprächsführung versuchten die Kriminellen, glaubwürdig zu vermitteln, dass man im Zusammenhang mit der Festnahme Erkenntnisse erlangen konnte, dass Wertgegenstände bei den Angerufenen nicht mehr in Sicherheit seien. Auf diese Art versuchen die perfiden Betrüger, ihre Opfer unter Druck zu setzen und das Vertrauen der Seniorinnen und Senioren zu gewinnen, um letztendlich eine Übergabe von Wertgegenständen zu erreichen. Die Schäden liegen hier teilweise im sechsstelligen Bereich!

Misstrauisch bleiben!

Falls auch Sie derartige Anrufe erhalten, bleiben Sie stets misstrauisch! Eine gesunde Skepsis ist auch gegenüber Polizeibeamten am Telefon angebracht und keine Unhöflichkeit. Lassen Sie sich vor allem am Telefon nicht unter Druck setzen und legen Sie im Zweifel einfach auf. Die Polizei wird sich niemals nach ihren Vermögenswerten am Telefon oder an der Haustür erkundigen und ihr Vermögen auch niemals vorsorglich sicherstellen oder für weitere Ermittlungen nutzen. In gar keinem Fall sollten Sie sich zu übereilten Geldübergaben überreden lassen. Bitte beherzigen Sie diese sehr gut gemeinten Ratschläge und teilen Sie diese mit Eltern und Großeltern.

Falsche Polizeibeamte ergaunern Zehntausende Euro von Bad Sodener Seniorin

Nachdem das Kreisgebiet im Verlauf des vergangenen Dienstages von einer Welle betrügerischer Anrufe überzogen wurde, meldete sich mittlerweile eine Seniorin aus Bad Soden am Taunus, die Wertgegenstände in Höhe von knapp 100.000 Euro an die Betrüger übergeben hatte. Zwischen 14:30 Uhr und 17:30 Uhr wurde die Dame mehrfach von einem angeblichen Kriminalkommissar angerufen, der von einer festgenommenen, schwer bewaffneten Einbrecherbande berichtete. Bei der Durchsuchung der Kriminellen sei ein Zettel mit Namen und Anschrift der Angerufenen aufgefunden worden, weshalb man davon ausgehen müsse, dass sie Ziel eines Raubüberfalles werden solle. Diese Gefahr könne womöglich von einem weiteren, noch nicht festgenommenen Täter ausgehen. In diesem Zusammenhang befragten die Betrüger die Bad Sodenerin nach Wertgegenständen in ihrem Haushalt – diese müssten umgehend abgeholt und bei der Staatsanwaltschaft in Sicherheit gebracht werden.

Da die Seniorin misstrauisch wurde, bot man ihr an, diese Angaben über den Notruf 110 zu verifizieren. Angeblich müsse sie dafür während des Telefongespräches die 110 wählen, was sie auch tat. In diesem falschen Telefonat wurde ihr vorgespielt, mit der Einsatzzentrale verbunden zu sein und entsprechende Ermittlungen bestätigt. Mittlerweile von der Ernsthaftigkeit der bevorstehenden Straftat überzeugt, sammelte sie Schmuck und Bargeld im Wert eines hohen fünfstelligen Betrages zusammen und übergab diese einem weiteren Gauner. Dieser hatte sich als ziviler Ermittler ausgegeben und zum Zeitpunkt der Übergabe in der Wohnung seines Opfers in der Straße „Im Alten Grund“ im Bad Sodener Stadtteil Altenhain aufgehalten. Er soll ca. 35 Jahre alt und etwa 1,75 Meter groß gewesen sein sowie schwarze, kurze Haare, keinen Bart und keine Brille getragen haben. Er sei mit einem weißen T-Shirt mit buntem Aufdruck und der Aufschrift „Kenzo Paris“ bekleidet gewesen.

Aufklärungskampagne angelaufen

Inzwischen ist eine Aufklärungskampagne angelaufen und die ersten Flyer und Plakate sind im Umlauf. Kontaktieren Sie für Tipps oder Fragen die Polizeiliche Beratungsstelle in Hofheim unter der 06192 / 2079 – 0 oder erhalten Sie weitere Informationen unter http://www.seniorenberater.help und https://www.praeventionsrat.de.

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