MTK: Weniger Flüchtlingsunterkünfte

Anfang vergangener Woche gab der Main-Taunus-Kreis die neuesten Flüchtlingszahlen bekannt: Von den 4.726 Flüchtlingen, die derzeit im gesamten Main-Taunus-Kreis leben, sind 3.188 anerkannt – bei 1.226 läuft das Asylverfahren. 312 sind geduldet und müssen ausreisen. Mehr als ein Drittel der anerkannten Flüchtlinge ist finanziell unabhängig und nicht von Sozialleistungen des Kreises abhängig. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich die Ausrichtung bei der Unterbringung der Flüchtlinge verändert.

Grafik 11 - Belegungssituation in den Gemeinschaftsunterkünften des MTK.jpg

Weniger wird Wohnraum benötigt

Da aktuell immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, wird auch immer weniger Wohnraum in Gemeinschaftsunterkünften gebraucht. Allerdings werde dauerhafter Wohnraum für die bereits anerkannten Flüchtlinge benötigt. Derzeit lebt mehr als die Hälfte der anerkannten Flüchtlinge noch immer in Gemeinschaftsunterkünften, weil keine günstigen Wohnungen zur Verfügung stehen.

Solange das Asylverfahren läuft, erstattet das Land Hessen dem Main-Taunus-Kreis 940,00 € pro Flüchtling und Monat für die Unterbringung und Betreuung. Sobald das Verfahren abgeschlossen ist und der Flüchtling den Status „anerkannt“ erhält, ist das Land Hessen für die Finanzierung der Unterbringung nicht mehr zuständig. Um die Kosten für die Gemeinschaftsunterkünfte zu decken, erhebt der Kreis Gebühren. Davon werden nicht nur der Wohnraum, sondern auch die Ausstattung und Handwerkerleistungen bezahlt.

Nach einer Härtefallregelung wird dabei berechnet, in welcher Höhe Gebühren zumutbar sind. Individuell berücksichtigt werden das Einkommen des Flüchtlings und welchen Betrag er zum Leben braucht. Bei dem größten Teil der Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften werden aufgrund von deren Status Unterkunftskosten aus der Landespauschale gedeckt. Lediglich in 887 Fällen werden Gebühren berechnet. Von diesen wiederum zahlen mehr als drei Viertel nur einen Teil des Betrages oder aber die Gebühren werden aus Bundesmitteln erstattet. Nur 189 Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte (9 Prozent) im gesamten Main-Taunus-Kreis müssten die Gebühren in Höhe von 398,00 € komplett bezahlen.


Aktuelle Flüchtlingszahlen für Bad Soden am Taunus

Derzeit leben 291 Flüchtlinge in Bad Soden am Taunus. 66 Personen sind in der Gemeinschaftsunterkunft „Am Wasserturm“ und 97 Personen in der Königsteiner Straße 12 untergebracht. 128 leben in einer eigenen Wohnung bzw. in Pensionen. Die Gemeinschaftsunterkunft in der Richard-Wagner-Straße konnte in dieser Woche bereits geschlossen werden. Die Container werden im Laufe des Frühjahrs abgebaut.

Grafiken: MTK