Der Autor des Struwwelpeters: Heinrich Hoffmann zu Gast in Soden

Seht einmal hier steht er, pfui der Struwwelpeter…“ Diese Textzeile kennen nicht nur die Frankfurter, sondern Menschen auf der ganzen Welt. Der Autor dieser Publikation, in dem von dem ungehorsamen Struwwelpeter und vielen anderen unartigen Kindern erzählt wird, ist der Frankfurter Psychiater, Lyriker und Kinderbuchautor Heinrich Hoffmann (1809-1894). 

Heinrich Hoffmann war bereits 1815 als Kind mit seiner Stiefmutter und seiner Schwester in Soden zu Gast. Damals war das „Bad“ noch kein offizieller Namensbestandteil, dies sollte erst 1922 kommen. Der junge Hoffmann wohnte damals im Frankfurter Hof. Dieses Gebäude hat sich, wenn auch stark verändert, als Bauteil des Hundertwasserhauses am Quellenpark erhalten.

Später hielt sich der erfolgreiche Nervenarzt noch wiederholt bis ins hohe Alter als Kurgast in Soden auf. Nachgewiesen sind mindestens fünf Aufenthalte, teils allein, teils mit seiner Frau oder seiner Tochter in den Jahren zwischen 1888 und 1894. Bei diesen späteren Kuraufenthalten logierte Hoffmann in der Kurvilla des Lehrers Bautz, die später den Namen Nassovia (Foto oben) erhielt und die auch Mendelssohn Bartholdy während seiner Kuraufenthalte bewohnte (Königsteiner Straße 89). Hoffmanns Äußerungen zu den Soden-Aufenthalten, vor allem in seinen Lebenserinnerungen, lassen vermuten, dass das Dorf am Taunusrand ihm ein Ort der Ruhe und Erholung bot. So reiste er allein im Juni 1890 nach dem Trubel seiner Goldenen Hochzeit am 5. März 1890 nach Soden.

Bereits einige Jahrzehnte zuvor hatte ihm das „stille langweilige[…] Soden“ Linderung von einem heftige[n] Katarrh gebracht, den er sich im April 1848 als Mitglied des Frankfurter Vorparlamentes – u.a. durch die eifrigen Diskussionen mit seinem alten Studienfreund, dem badischen Revolutionär Friedrich Karl Hecker – geholt hatte. Auf Wunsch seiner Frau reiste er außerhalb der Kursaison, die von Juni bis September ging, nach Soden und kurierte sein Leiden. „…im April bei schlechtem Wetter ganz einsam als einziger Kurgast […], in einer hübschen Wohnung von fünf Zimmern“, wie er in seinen Lebenserinnerungen festhielt. Umso schöner ist es, inzwischen nachweisen zu können, das zumindest Teile der Struwwelpeter-Ausgabe von 1873 bei dem Buchbinder Ferdinand Klauer in Soden gebunden wurden.

Das Stadtmuseum im Badehaus (zurzeit geschlossen) zeigt im Kurgastzimmer auch Informationen zu Hoffmanns Aufenthalten in der nahe von Frankfurt gelegenen Kurstadt Bad Soden.