casinonacht

Große Resonanz auf Angebot der Jugendpflege


Die Kugel rollt beim Roulette, beim Poker wird cool geblufft und beim Black Jack stellt sich die Frage: „Reicht das schon oder lieber noch eine Karte riskieren?“ Bei der ersten Casinonacht, organisiert vom Bad Sodener Streetworker Markus Günther und dem evangelischen Gemeindepädagogen Emanuel Manske, geht’s zu wie in einer echten Spielbank – mit ein paar Bad Sodener Besonderheiten, denn Spiel, Spaß und Erkenntnisgewinn stehen im Vordergrund und nicht die Sucht zum unbedingten Erfolg. 

An drei großen Tischen im Neuenhainer Herrnbau haben sich die 13- bis 18-jährigen Jugendlichen gruppiert, die Veranstalter selbst übernehmen die Rolle der Croupiers beziehungsweise beim Pokern die des Dealers. Konzentriert platzieren die jungen Spielerinnen und Spieler ihre Wetten. So wie der 14-jährigen Moritz aus Neuenhain, der mit seinen Freunden gekommen ist. „Eine gute Idee, sich so mit dem Glücksspiel zu beschäftigen und auch die Spannung zu spüren“, erzählt er nach einer Runde Pokern „Texas hold’em“, bevor er mit seinen Kumpels zum nächsten Tisch, zum Roulette, weiterzieht. 

„Coole Atmosphäre“ 

Kein optimales Blatt mit drei Achten, bessere Karten zumindest als der Dealer, und so hat’s für den 13-jährigen Rafael aus Kelkheim mit seinem Drilling zu einem Gewinn von 30 Gummichips gereicht, die er zufrieden in seinen Plastikbeutet verstaut – nicht alle, zwei wandern gleich in seinen Mund. „Wir hatten im Urlaub mit der Familie auch gepokert, aber hier im Saal ist die Atmosphäre natürlich cool“, berichtet er. Seinen Gewinn investiert er anschließend in einen Softdrink und ein Pizzabaguette, direkt aus der Küche. 

Abwechslung gibt es auch im abgeteilten Nebenraum, wo Markus Günther und Emanuel Manske einen Beamer mit Leinwand für eine Playstation und das FIFA-Spiel aufgebaut haben. Außerdem können die Jugendlichen auf einer Tafel ihre Erfahrungen und Einschätzungen zum Thema „Glücksspiel“ hinterlassen. „Eine gute Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, sagt Markus Günther, denn schließlich verlieren die Jugendpädagogen nicht den Zweck der ersten Neuenhainer Casinonacht aus den Augen: auf die Gefahren des Glücksspiels hinweisen, in welcher Form auch immer es im Alltag begegnet. Denn immerhin hat mehr als jeder Zweite unter 18 Jahren schon mal an einem (echten) Glücksspiel teilgenommen – mit der realen Gefahr, viel Geld loszuwerden. 

Erfolgreicher Abend 

Sehr zufrieden sind Markus Günther und Emanuel Manske nach dieser ersten Casinonacht in Neuenhain. Über 30 Jugendliche waren gekommen, zeigten sich aufgeschlossen und neugierig auf dieses neue Angebot. Und schick gemacht hatten sie sich auch, zumindest saßen etliche im Abendkleid beziehungsweise mit Sakko und Schlips am Spieltisch. „Alles spricht dafür, dass die erste Casinonacht nicht die letzte war“, freuen sich die Jugendpädagogen über den erfolgreichen Abend.


Foto: Alles, was zum Neuenhainer Casino dazu gehört: Spielkarten, Gewinnchips und Glitzergeld. Foto: Stadt Bad Soden am Taunus.