Heike Althenn-Mims

Kennerin des Dorfes Soden und seiner Geschichte(n)


Angefangen hat alles mit der Familiengeschichte ihrer aus Polen stammenden Großmutter. Zu ihr hat Heike Althenn-Mims recherchiert, alte Schriftstücke gesammelt, bis sich ein rundes Bild ergeben hat. Bei dieser Arbeit hat sie gemerkt, dass die Beschäftigung mit der Bad Sodener Historie sie fasziniert. Drei Bücher und etliche weitere Publikationen hat sie mittlerweile veröffentlicht. Ihr umfangreiches Wissen – besonders über die Bad Sodener Altstadt – teilt sie gerne mit Interessierten bei öffentlichen Stadtführungen. Die nächste ist am Sonntag, 12. April 2026. 

Da die Geschichte von Bad Soden am Taunus gut dokumentiert ist, hat sich Heike Althenn-Mims auf eine Epoche spezialisiert, die in der Literatur noch nicht ausgiebig behandelt wurde: die Zeit nach 1950. Zwei Jahre lang hat sie unzählige Interviews mit älteren Sodenern geführt, Nachfahren zumeist von Eigentümern handwerklicher Betriebe und Bauernhöfe, die oft schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts existierten. „Es wäre doch schade, wenn das Wissen über hiesige Schuhmacher, Glaser, Wagner und Landwirte verloren geht“, findet die fleißige Heimatforscherin, die auch viel im Stadtarchiv recherchiert und dort den Bestand historischer Fotoaufnahmen erfasst und katalogisiert hat. 

English spoken 

Mit ihrer Einschätzung über die Bedeutung der alten Berufe und die Entwicklung Alt-Sodens steht sie nicht alleine. Das zeigt das große Interesse an den seit einigen Jahren von ihr angebotenen Führungen „Das alte Dorf Soden und sein Handwerk“. Dabei hat sie schon vor über 25 Jahren begonnen, allgemeine Stadtführungen zu organisieren – auf Englisch. „Das gab es davor noch nicht“, erinnert sich Heike Althenn-Mims, „dabei leben rund um Bad Soden am Taunus doch viele englischsprachige Geschäftsleute und ihre Familien“. 

Ihre Englisch-Kenntnisse hat sie anfangs auf dem Gymnasium erworben und dann sukzessive erweitert: ein Schulstipendium in den südwestenglischen Cotswolds, Studium unter anderem der Anglistik, als Volontärin beim Hessischen Rundfunk, bei Tätigkeiten für britische und amerikanische Firmen bis hin als Presseverantwortliche eines internationalen Chemie-Unternehmens in Brüssel, in dem sie auch ihren Mann Norman kennenlernte. 

Großes Engagement 

Aber ihr Zuhause, das war immer Bad Soden am Taunus, wo sie mit Ausnahme ihrer ersten beiden Lebensmonate ihr ganzes Leben verbracht hat. „Hier sind meine Wurzeln“, sagt sie. Ihren breit gefächerten Hintergrund, ihre vielen Interessen und ihre Energie hat sie in tatkräftiges bürgerschaftliches Engagement umgemünzt. Sie arbeitete mit in der Gesellschaft der Musikfreunde, beim Aufbau einer Sodener FDP-Jugendgruppe, beim Historischen Verein, in der Kunstwerkstatt, im Kino-Verein „Filmforum“ und war Mitbegründerin des Vereins „Wir für Bad Soden“ als Nachfolger des Sodener Verschönerungsvereins. Und dass das Herz der 80-Jährigen für Bad Soden am Taunus schlägt – inklusive der hiesigen Flora und Fauna – das hat die begeisterte Hobbygärtnerin im vergangenen Jahr gezeigt, als sie den Bau einer Schmetterlingsspirale im Neuen Kurpark großzügig finanziell gefördert hat. Sie ist eine Bad Sodenerin, die sich von Kopf bis Fuß mit ihrer Stadt identifiziert. 

Wer mehr von Heike Althenn-Mims über Bad Soden am Taunus erfahren möchte, von der Entwicklung eines Bauerndorfes mit seinen gerade mal 115 dort lebenden Familien bis hin zum weit bekannten Kurbad, dem sei der Rundgang „Das alte Dorf Soden und sein Handwerk“ mit der Heimatforscherin am Sonntag, 12. April 2026, empfohlen. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Franzensbader Platz. 

Einen Überblick über alle Bad Sodener Führungen gibt es auf der städtischen Homepage unter „Freizeit/Führungen“. Die Teilnahme an den öffentlichen Führungen ist kostenfrei.


Foto: Hier in der Altstadt kennt sich Heike Althenn-Mims bestens aus. Quelle: Stadt Bad Soden am Taunus.