- BÜRGERSERVICES
- STADT
- FREIZEIT
- Kunst & Kultur
- Veranstaltungen & Feste
- Veranstaltungskalender
- Adventssuchspiel
- Altenhainer Kerb
- Bad Sodener Weintage
- Bluesabend
- Irischer Abend
- Kinderprogramm
- Mendelssohn Tage der Musik
- Musik am Quellenpark
- Neuenhainer Herbstmarkt
- Neuenhainer Kerb
- Sommerlounge Konzerte
- Sommernachtsfest
- Sonntagskonzerte
- Weihnachtsmarkt
- Bewerbungsmöglichkeit für Bands
- Bewerbung als Standbetreiber
- Bad Soden am Taunus erleben
- Vereine & Ehrenamt
- WIRTSCHAFT
- ONLINE-SERVICE
Helmut Witt
20 Jahre souveräner Vorsteher des Parlaments
Die nächste Sitzung der Bad Sodener Stadtverordneten am Mittwoch, 11. März 2026, steht unter besonderen Vorzeichen. Es ist die letzte Tagung des Stadtparlaments vor der Kommunalwahl am 15. März und das letzte Mal, dass sie von Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt geleitet wird.
„Keine Sitzung versäumt"
Damit geht auch eine Epoche der Stadtverordnetenversammlung zu Ende. Seit 20 Jahren hat der erfahrene Lokalpolitiker das Gremium geleitet; mit seiner besonnenen, gelassenen Art hat er sich parteiübergreifend viel Anerkennung verdient. Zwei Jahrzehnte lang hat er damit die Arbeit seines Vorgängers Hans Georg Mies fortgesetzt, der ebenfalls über einen langen Zeitraum, von 1991 bis 2006, die Sitzungen leitete.
Vor seiner letzten Versammlung unter seinem Vorsitz hat Helmut Witt einmal genau nachgezählt: Genau 158-mal hat er das Parlament per Glocke eröffnet und am Ende aller Tagesordnungspunkte, Anträge und Anfragen geschlossen. „Nicht eine Sitzung habe ich versäumt“, sagt der 82-Jährige nicht ohne Stolz. „Aber irgendwann muss ja Schluss sein“, hat er für sich beschlossen, selbst wenn er sich fit und munter fühle. Deswegen möchte sich Helmut Witt auch nicht ganz auf die heimische Couch zurückziehen, sondern sich weiter in die Bad Sodener Politik einbringen. Ob er für die CDU künftig einen Platz in der Stadtverordnetenversammlung oder im Magistrat einnimmt, das wird sich nach der Kommunalwahl entscheiden.
Geburtstag des Monarchen
An seine 20 Jahre als Vorsteher des Stadtparlaments und damit offiziell als Erster Repräsentant der Stadt denkt er schon jetzt gerne zurück. „Mit der Funktion sind viele schöne Aufgaben verbunden, die ich gerne wahrgenommen habe“, erzählt Helmut Witt, „zum Beispiel Besucherempfänge, hohe Geburtstage und Eröffnungen“. Eine ganz besondere Ehre wurde ihm jetzt in Frankfurt zuteil: Durch die Städtepartnerschaft Bad Sodens mit Yôrô-chô war er Gast beim japanischen Generalkonsul Ito anlässlich des 66. Geburtstags von Kaiser Naruhito.
Doch zu seinen routinemäßigen Aufgaben zählen natürlich in erster Linie die Pflichten rund um die etwa siebenmal jährlich stattfindenden Versammlungen der Stadtverordneten. „Das war immer mit einem sehr angenehmen Umgang verbunden“, unterstreicht der scheidende Stadt-Repräsentant und lobt die Arbeit der städtischen Verwaltung allgemein und des Sitzungsdienstes im Besonderen.
Seine Aufgabe als Stadtverordnetenvorsteher hat Helmut Witt niemals lediglich darin gesehen, „unfallfrei“ durch die Sitzungen zu führen. Um über das Hintergrundwissen bei allen Themen auf dem Laufenden zu sein, hat er sehr häufig die Ausschüsse besucht. Die Diskussionen im Stadtparlament jedoch führen die Abgeordneten. „In meiner Funktion bin ich natürlich völlig neutral und halte meine Meinung zurück“, verdeutlicht Helmut Witt, „aber in Hintergrundgesprächen kann ich doch Stimmungen aufnehmen und Impulse geben“.
Viel Anerkennung
So, wie Helmut Witt den Stadtverordnetenversammlungen vorsteht, hat es ihm den Respekt quer durch das politische Spektrum eingebracht. Seine verbindliche, versöhnliche Art – gemäß seinem Motto „Immer die Ruhe bewahren“ – hat den Debatten und der Stimmung im Stadtparlament immer gutgetan.
Mit Bürgermeister Dr. Frank Blasch verbindet Helmut Witt eine besondere Beziehung; das wird in den Worten des Rathaus-Chefs deutlich. „Er hat sich als Stadtverordnetenvorsteher in den vergangenen 20 Jahren bleibende Verdienste um unsere Stadt erworben“, würdigt der Bürgermeister den Noch-Stadtverordnetenvorsteher. „Persönlich konnte und kann ich mich immer hundertprozentig auf Helmut Witt verlassen, er ist – auch kurzfristig – bei Terminen eingesprungen und hat mich stets in meinen Aufgaben unterstützt. In den vielen Jahren ist so eine enge persönliche Verbindung entstanden, die auch in Zukunft bleiben wird.“
Die Amtsführung und die Person Helmut Witts heben auch die Parlamentskollegen anderer Parteien hervor. Geschätzt hat der Sozialdemokrat Gerd Elzenheimer, Stellvertreter Helmut Witts im Stadtparlament, dessen ausgleichende Art und „dass ich ihn nie hektisch oder verletzend erlebt habe“. Sven Hahnel, FDP-Fraktionsvorsitzender und ebenfalls stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, kann dem nur zustimmen. „Stets souverän und auch in schwierigen Momenten verbindend zu sein“, attestiert er seinem Politik-Kollegen. Das kann der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Harald Fischer, nur unterstreichen. „Seine Freundlichkeit und Verlässlichkeit haben das Miteinander in unserem Parlament geprägt – er ist ein wirklich herausragender Charakter.“
Großes Engagement
Geboren ist der Lokalpolitiker aus Leidenschaft in Berlin, aufgewachsen jedoch in Bayerns Hauptstadt München. Im Jahr 1967 – im Alter von 24 Jahren – übersiedelte er nach Bad Soden am Taunus und arbeitete als Kaufmann und Hotelier. In die aktive Politik hat er erst im Jahr 2001 gefunden. In dem Jahr ist er in die CDU eingetreten, kandidierte im selben Jahr für das Stadtparlament und wurde sogleich in das Gremium gewählt. Seine erste Sitzung als Stadtverordnetenvorsteher leitete er im April 2006.
In vielen Bereichen hat sich Helmut Witt in den vergangenen Jahrzehnten für die ihm so „liebenswerte Stadt Bad Soden“ engagiert. „Wichtig war mir dabei, dass es immer Spaß bereitet hat“, sagt er rückblickend. Das gilt für seine Arbeit unter anderen in der Sodener Karneval Gesellschaft, im Vereinsring Bad Soden, im Verein „Menschenkinder“, im Städtepartnerschaftsverein IKUS und in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden. Für sein vielfältiges Wirken wurde ihm im Jahr 1996 die Ehrenspange der Stadt Bad Soden am Taunus und 2021 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Sollte Helmut Witt nach dem 11. März tatsächlich über etwas mehr Freizeit verfügen, wird davon außer seinen beiden Enkeln vor allem eine Institution profitieren: Die Städtepartnerschaften werden ihm auch künftig Herzensangelegenheiten bleiben. Einen seiner emotionalsten Momente in den vergangenen 20 Jahren hat er denn auch in der französischen Partnerstadt Rueil-Malmaison erlebt. Am Ehrenmal vor dem dortigen Rathaus, zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs, hat eine französische Schulklasse im strömenden Regen die deutsche Nationalhymne gesungen. „Das hat mich gerührt, das werde ich nie vergessen“, erinnert sich Helmut Witt an diese einzigartige Geste der Aussöhnung und Freundschaft.
Foto: Helmut Witt und die Städtepartnerschaften Bad Sodens bleiben miteinander verbunden.
