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Stadtmuseum-Serie
Heute: Das Kurzimmer stellt sich vor
In unserer neuen Serie über die Räume des Bad Sodener Stadtmuseums soll heute das Kurzimmer vorgestellt werden. In dem hübsch eingerichteten gemütlichen Raum gleich am Eingang des Stadtmuseums können Besucher erleben, wie Kurgäste in den beiden vergangenen Jahrhunderten in Soden logierten. Neben original Biedermeier-Möbeln vermitteln zahlreiche Exponate ein authentisches Gefühl aus Bad Sodens Kurzeit, darunter ein mannshoher, mit goldenen Schnörkeln kunstvoll verzierter Spiegel, der einst im zweiten Kurhaus von 1927 stand. Drei Textbanner informieren über den historischen Werdegang der Sodener Kur, den Mineralwasserversand und den einstigen Exportschlager, die Mineralpastillen. Darüber hinaus erzählen Schwarz-Weiß-Fotografien an den Wänden ihre eigenen kleinen Geschichten im Kontext der Sodener Kur.
Beginn der Kur – Vom Geheimtipp zum „Place to be“
Seit 1701 gab es in Soden ein bescheidenes Kurleben. In erster Linie kamen reiche Frankfurter zur Sommerfrische, um Heilwasser zu trinken und darin zu baden. Soden als Kurort zu entdecken, geht in erster Linie auf den Frankfurter Arzt Dr. Gladbach zurück, der den Milchbrunnen, der heute am Franzensbader Platz sprudelt, als „Wunder“-Quelle in seiner Publikation anpries.
Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts galt die Kur in Soden als Geheimtipp unter der gehobenen Frankfurter Gesellschaft, die in Eigeninitiative im Jahr 1722 den Bau des ersten Sodener Badhauses – den ab 1813 so genannten Frankfurter Hof - veranlassten. Nach dem Bau der neuen „Chaussee“ – der Königsteiner Straße – entstanden in den 1830-er/40er-Jahren die ersten Kurvillen und Pensionen und der – heute Alte -- Kurpark wurde ab 1822 angelegt. Um 1850 wurde dieser in nördlicher Richtung erweitert und das erste Sodener Kurhaus mit finanziellen Mitteln der Sodener Aktiengesellschaft gebaut. Auch der Bau der Bahnstrecke Höchst – Soden als Nebenstrecke der Taunus-Eisenbahn Frankfurt – Wiesbaden sorgte dafür, dass immer mehr Kurgäste nach Soden kommen konnten. Der erste hauptamtliche Bad Sodener Badearzt, Dr. Otto Thilenius, hat mit seinen Publikationen zum Quellwasser ebenfalls dazu beigetragen, Soden als Kurort bekannt zu machen. Nicht nur der russische Adel fühlte sich hier besonders wohl, auch international bekannte Schriftsteller und Komponisten waren gern gesehene Gäste.
Burgberginhalatorium wird Zugpferd der Sodener Kur
Seit den 1880er-Jahren wurde in Soden außer der Trink- und Badekur auch die Inhalationstherapie angeboten. Das im Jahr 1912 durch den Sodener Ärzteverein errichtete Burgberginhalatorium, das spätere Medico-Palais, war in den darauffolgenden Jahren bis zum Ersten Weltkrieg und auch danach wieder, das Zugpferd der Sodener Kur. Den Wirren des Krieges und den damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten war es geschuldet, dass der Sodener Kurbetrieb in den folgenden Jahrzehnten immer wieder kleineren und größeren Schwankungen hinsichtlich der Gästezahlen ausgesetzt war. Seit dem Jahr 1922 darf sich Soden offiziell Bad Soden nennen und erhielt zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1947 die Stadtrechte.
1960er Jahre: Höhepunkte des Kurbetriebs
Der Höhepunkt des Bad Sodener Kurbetriebs war bereits Anfang der 1960er-Jahre erreicht, als bis zu 14.000 Kurgäste jährlich nach Bad Soden kamen, um Linderung von ihren Krankheiten zu suchen. Die große Nachfrage nach Kuren reichte bis in die 1970er Jahre, als Krankenkassen noch wohlwollend Kuraufenthalte verschrieben. In dieser Zeit war der Alte Kurpark vornehmlich Kurgästen vorbehalten und eine eigene Kurzeitung informierte über tagesaktuelle Angebote. Mit nachlassender Förderung von Kuren durch das Gesundheitssystem kamen zu Beginn der 1980er Jahre immer weniger Kurgäste nach Bad Soden am Taunus, zudem ersetzten kostengünstige, in Apotheken erhältliche Inhalatoren aufwändige, stationäre Kuraufenthalten im Inhalatorium. Mit der Auflösung der Kur GmbH im Jahr 2001 fand der Kurbetrieb in Bad Soden offiziell seinen Schlusspunkt. Damit endeten 300 Jahre bewegte Kurgeschichte in Bad Soden.
Gruppenführungen direkt im Museum buchbar
Kleinere und größere Gruppen, die Interesse an der über 800-jährigen Historie des ehemaligen Reichsdorfs Soden haben, können direkt bei der Museumsleitung Dr. Christiane Schalles unter der E-Mail-Adresse christiane.schalles@stadt-bad-soden.de oder telefonisch unter +49 6196 208-414 einen Termin zur Museumsführung buchen.
Neu ab diesem Jahr ist die Museumsführung mit anschließender Tee- oder Kaffeepause. Weitere Infos zu diesem Angebot sind HIER zu finden.
Geöffnet ist das Stadtmuseum Mittwoch, Samstag und Sonntag von 15:00 Uhr bis 18:00
Uhr und nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.
