Stadtleben

Neujahrs- und Neubürgerempfang


Geschäftiges Treiben herrschte im großen Saal des H+ Hotels: 52 Vereine und Institutionen präsentierten sich an ihren Ständen und gaben Einblicke in ihre vielfältigen Angebote. Insgesamt 1.343 Neubürgerinnen und Neubürger waren in diesem Jahr eingeladen worden – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mit 975 Einladungen. Der Empfang bot damit erneut eine bewährte Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und das ehrenamtliche Engagement in allen drei Stadtteilen kennenzulernen.

Wie gewohnt, aber in diesem Jahr zum letzten Mal, begrüßte Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt die Ehrengäste. Er wird nach der Kommunalwahl im März nicht mehr für den Posten des Stadtverordnetenvorstehers zur Verfügung stehen. In diesem Jahr hieß er insbesondere Christian Heinz, Hessischer Justizminister, Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt, Landrat Michael Cyriax, Kreisbeigeordneten Axel Fink sowie Nancy Faeser, ehemalige Bundesinnenministerin, willkommen.

Veränderte weltpolitische Lage

Nach der Begrüßung durch den Stadtverordnetenvorsteher richtete Bürgermeister Dr. Frank Blasch das Wort an die Gäste. Gleich zu Beginn seiner Ansprache sagte er: „Selten hatte ich so ein Gefühl der Unsicherheit“ und nahm damit Bezug auf die aktuellen weltpolitischen Krisen: vier Jahre Krieg in der Ukraine ohne Aussicht auf Frieden, der anhaltende Konflikt im Nahen Osten sowie die Sorge um Veränderungen im Verhältnis zu den USA als langjährigem Wertepartner. Die Frage, ob sich die internationale Ordnung vom „Recht des Stärkeren“ statt von der „Stärke des Rechts“ leiten lasse, mache deutlich, dass Europa künftig stärker zusammenstehen und sich neu aufstellen müsse.

Finanzielle Herausforderungen

Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war die finanzielle Situation der Kommunen. „Die Kommunen fahren Rekorddefizite. Es gibt ein systemisches und strukturelles Problem“, so der Bürgermeister. Besonders die Landkreise, die einen Großteil der Sozialleistungen finanzieren müssten, stünden unter Druck und gäben diesen an die Kommunen weiter. „Dieses System gerät ins Wanken, wenn Kommunen das nicht mehr leisten können.“ Auch in Bad Soden am Taunus werde die finanzielle Lage enger, wenngleich die Stadt im Vergleich noch gut dastehe. Eine positive Nachricht konnte Dr. Blasch trotz allem verkünden: Der Haushalt der Stadt ist so früh wie noch nie – bereits Mitte Dezember – vom Landrat genehmigt worden.

Große Baumaßnahmen in der Stadt

Rückblickend prägten große Baumaßnahmen das vergangene Jahr: die Fertigstellung des Zentralen Busbahnhofs, das Richtfest der neuen Feuerwache mit geplanter Inbetriebnahme im Jahr 2027 sowie der Baubeginn für den Umbau des denkmalgeschützten Medico-Palais. „Seit rund 50 Jahren wird darüber diskutiert, wo ein ausreichend großes Rathaus seinen Platz finden kann. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen“, so der Bürgermeister. Mit dem Medico-Palais werde nicht nur ein Verwaltungsstandort gebündelt, sondern auch ein historisches Gebäude wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Buntes Veranstaltungsangebot

Darüber hinaus erinnerte Dr. Blasch an die zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen Jahres, darunter das große 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Rueil-Malmaison. Auch für 2026 sind viele Veranstaltungen geplant. Einen Überblick bietet das neu erschienene Stadtmagazin, das ab dieser Woche in allen Verwaltungsstellen ausliegt.

Abschließend wies der Bürgermeister noch auf die Kommunalwahlen im März 2026 hin und dankte den vielen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohl der Stadt.

Musikalisch begleitet wurde der Empfang vom Main-Taunus-Kammerchor. Traditionell bildeten die Sternsinger den Abschluss des offiziellen Teils und brachten den Segen Gottes in den Saal. Im Anschluss nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu Gesprächen.

Foto: Bürgermeister Dr. Frank Blasch, Ehefrau Wibke und Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt begrüßten Prinzessin Monika und ihr Gefolge der Sodener Karnevalgesellschaft.