Wildschweine

Anstieg im Eichwald – Begegnungen möglich


Der Bad Sodener Eichwald ist ein beliebtes Ausflugsziel – für Naturfreunde, Spaziergänger, Sportler und Wanderer. Seit jeher leben hier Wildschweine, sorgen doch unter anderem die reichlich am Boden liegenden Eicheln für ein üppiges Nahrungsangebot. In den vergangenen Jahren hat sich der Bestand der Schwarzkittel vergrößert – Begegnungen mit den Menschen sind nicht ausgeschlossen. Wird’s dann für die zweibeinigen Eichwaldbesucher gefährlich?

Reichlich Nahrung 

„Das eher nicht“, ist Jagdpächter Nick-Oliver Kromer überzeugt, „Wildschweine sind scheue Waldbewohner und wollen generell in Ruhe gelassen werden“, macht er deutlich, „fast immer nehmen sie Reißaus, wenn sie Menschen wahrnehmen.“ Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, Wildschweine zu sehen oder direkt auf sie zu stoßen, höher als in früheren Jahren.

Die Gründe, warum sich die Wildschweine im Eichwald, am östlichen Rand von Bad Soden am Taunus, stark vermehrt haben, sind vielfältig. Rundherum um das Gebiet fehlt es dem Schwarzwild an Deckung, der Eichwald dagegen bietet ihnen Schutz. Die Winter sind zudem nicht mehr so streng, der Nahrungstisch ist reichlich gedeckt – gute Bedingungen für einen Anstieg der Population. 

Schwierige Bejagung 

Hinzu kommt ein wesentlicher Faktor: „Die Bejagung der Wildschweine im mitunter dichten Gehölz ist eine enorme Herausforderung“, erklärt Jagdpächter Nick-Oliver Kromer. Denn ein Schuss dürfe nur abgegeben werden, wenn garantiert keine anderen Personen gefährdet werden – dabei ist der Eichwald umgeben von Wohnbebauung, der Seniorenresidenz Augustinum, dem Varisano-Krankenhaus, begrenzt von Landesstraße und S-Bahn-Gleisen. Zudem seien bereits vor und bis nach Sonnenuntergang zum Beispiel Ausdauersportler im Wald unterwegs, also zu Zeiten, zu denen sich Jäger gute Chancen auf eine erfolgreiche Pirsch erhoffen. 

„Größere Drückjagden mit mehreren Jägern sind auch nicht immer die Lösung“, erläutert der Jagdpächter, „mit den notwendigen Absperrungen und anderen Sicherheitsmaßnahmen sind sie mit großem Aufwand bei ungewissem Erfolg verbunden.“ Dabei versichert Nick-Oliver Kromer, das Schwarzwild beharrlich zu bejagen und verweist auf gestiegene Abschusszahlen. „Wir versuchen sogar, es den Wildschweinen mit Duftstoffen im Eichwald unangenehm zu machen“, erläutert Nick-Oliver Kromer flankierende Maßnahmen. 

Hunde anleinen! 

Dennoch gehören Wildschweine zum Eichwald wie viele andere Wildtierarten auch. Eichwaldbesucher können dazu beitragen, dass Begegnungen zwischen ihnen und den hochläufigen Allesfressern am besten vermieden werden, auch wenn tatsächliche Attacken der wehrhaften Schwarzkittel die absolute Ausnahme darstellen. Da Wildschweine am liebsten in der Dämmerung morgens und abends unterwegs sind, sollten diese Zeiten im Wald den Wildtieren vorbehalten bleiben. Zudem sollten Naherholungssuchende die Wege nicht verlassen und ihre Hunde unbedingt anleinen. Im Falle einer tatsächlichen Begegnung mit den Borstentieren empfiehlt es sich, Abstand zu halten, gerade wenn das Muttertier – die Bache – Nachwuchs in der Nähe hat und ihre Frischlinge verteidigen möchte. Dann heißt es, sich ruhig und leise zurückzuziehen. 

Verdächtiger Geruch 

Das gilt übrigens auch, wenn eigentümlicherweise der Geruch von Maggi in der Luft liegt. Erfahrene Waldgeher wissen, dass der Maggi-Inhaltsstoff Liebstöckel ähnlich riecht wie der arteigene Duftstoff, den die Wildschweine produzieren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kehrt dann lieber um. 

Wer Fragen zum Thema „Jagd und Wildschweine“ hat, kann sich gerne an die zuständigen Jagdpächter wenden, deren Kontakt auf der Bad Sodener Homepage hinterlegt ist.


Foto: Wildschweine fühlen sich im Eichwald wohl. Quelle: Stadt Bad Soden am Taunus.