Dr. med. Henry Hughes

Geboren am 19. Dezember 1860 in Hamburg, verstorben am 3. Mai 1952 in Bad Soden am Taunus

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Verleihung der Ehrenbürgerwürde am 19. Dezember 1950, anlässlich seines 90. Geburtstags, für sein „leuchtendes Beispiel an Tatkraft und Opferbereitschaft“

Bade- und Armenarzt. Obwohl seine Tochter Herta 1938 seine Praxis übernahm, betreute er noch bis 1944 die in Soden zur Kur weilenden Mitglieder der Ruhrknappschaft.  
Dr. Henry Hughes war insgesamt 30 Jahre Leiter des Park-Inhalatoriums und des 1912 erbauten Burgberg-Inhalatoriums, dessen Mitbegründer er war. Als das Inhalatorium durch den Ersten Weltkrieg in finanzielle Probleme geriet, nahm er auf sein Haus eine Sicherheitshypothek von 20.000 Mark auf. Dem Ärzteverein gehörte er 64 Jahre an.

1938_Zur Erinnerung an das 50. Jahr der ärztlichen Tätigkeit des Herrn Dr. Hughes in Bad Soden am Taunus.jpg
1938 vor dem Burgberg-Inhalatorium: Erinnerung an die 50jährige badeärztliche Tätigkeit von Dr. Hughes in Bad Soden

Hughes war Gründungsmitglied der Sodener Ortsgruppe des Taunusklubs und 30 Jahre ihr Vorsitzender (1908-1938). Er gilt als treibende Kraft für die Errichtung des Burgbergturms, der als Wacht- oder Wartturm im römischen Stil 1900 errichtet wurde und auf Hughes Vorschlag die Bezeichnung „Burgwarte“ erhielt. Bei der 50-Jahr-Feier des Aussichtsturms widmete man ihm neben der Burgwarte einen mit drei Bänken gestalteten Platz, die „Dr. Hughes Ruhe“. 

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Seit 1894 war er ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Vorschußvereins, der späteren Volksbank. Als Armenarzt war er u.a. in der Israelitischen Kuranstalt tätig, bis ihm diese Aufgabe durch Dr. Isserlin, einen eigenen Anstaltsarzt, abgenommen wurde, was Dr. Hughes sehr erzürnte.

Hughes verfasste zahlreiche Publikationen zur Balneologie, aber auch zur Philosophie und Religion. Er war bis ins hohe Alter aktiv. Seine Ehefrau überlebte Hughes um fast 20 Jahre. Die sterblichen Überreste beider ruhen heute auf dem Friedhof an der Falkensteiner Straße.