"Ein Genie macht Urlaub"

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Der Komponist verlebte im kleinen Kurort Soden die Sommer 1844 und 1845. Er weilte keineswegs zur nur Kur, er verbrachte hier regelrechte "Arbeitsur­laube" und komponierte. In seiner Wohnung in der villa Nassivia in Soden schrieb er das Violinkonzert e-Moll nieder. Vollendet wurde es am 16. September 1844. In Soden entstand auch die Motette „Denn er hat seinen Engeln…“ (mit einem Brief am 15. August 1844 an den Preußischen König geschickt), die später in das Oratorium „Elias“ auf­genommen wurde. Das Oratorium selbst wurde ­- nach eige­ner Aus­sage Mendelssohns - nach langer Vorbereitung 1845 in Soden begonnen. Au­ßerdem stehen die Sechs Orgelsonaten, Opus 65, mit der hiesigen Re­gion ebenso in Verbindung wie die großartige Schauspielmu­sik zu „Oe­dipus“. Auch das Streichquintett B-Dur fand in Soden seinen Abschluss und zwar am 8. Juli 1845. Dazu kommen Chorsätze, Lie­der und die Her­ausgabe der 44 Kleinen Präludien von Johann Sebastian Bach.

 Felix Mendelssohn Bartholdy war als Kind seiner Zeit auch ein natur­verliebter Wanderer. Mit seinem Zeichenblock erkundete er die Gegend. Viele Skizzen und ausgeführte Zeichnungen von Neuenhain und Soden, dem Wald bei Wildsachsen, und anderen Orten sind entstanden. (Siehe die Stadtführung "Auf Mendelssohns gezeichneten Spuren" im Rahmen der Mendelssohn Tage)

Literatur zum Thema: Jürgen Dehl, "Ein Genie macht Urlaub - Frankfurt, der Vordertaunus und Felix Mendelssohn Bartholdy"; Societätsverlag Frankfurt 2005.

Villa Mendelssohn Bad Soden am Taunus
Villa Nassovia, genannt „Villa Mendelssohn“. In der ehemaligen Pension wohnte 1844/45 Felix Mendelssohn Bartholdy mit seiner Familie.

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