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innenstadt
Planung für „Adlerkarree“ geht weiter
Die Entwicklung des sogenannten Adlerkarrees im Herzen von Bad Soden am Taunus nimmt einen weiteren wichtigen Schritt: Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 26. August 2026 den Vorentwurf für den Bebauungsplan Nr. 75 „Adlerkarree“ beschlossen und damit den Weg für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden freigemacht.
Mit dem Bebauungsplan soll die Grundlage für eine zukunftsorientierte Entwicklung des innerstädtischen Areals zwischen Königsteiner Straße, Adlerstraße und Zum Quellenpark geschaffen werden. Hintergrund ist unter anderem der für 2028 vorgesehene Umzug der Stadtverwaltung in das zukünftige Verwaltungszentrum, das ehemalige Medico-Palais. Das heutige Rathausareal soll anschließend städtebaulich neu geordnet und zu einem attraktiven Teil der Innenstadt weiterentwickelt werden. Dafür hat die Stadtverordnetenversammlung im Mai vergangenen Jahres die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 75 „Adlerkarree“ sowie das städtebauliche Konzept als Erarbeitungsgrundlage beschlossen.
Innenstadt aufwerten
„Mit dem Vorentwurf liegt nun eine konkrete planerische Grundlage vor, über die wir mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter ins Gespräch kommen wollen. Das Adlerkarree bietet die Chance, die Innenstadt an dieser zentralen Stelle nachhaltig aufzuwerten und dabei historische Bezüge unserer Stadt aufzugreifen“, erläutert Bürgermeister Dr. Frank Blasch.
Das städtebauliche Konzept sieht vor, die bislang zerteilte Randbebauung des Karrees durch ergänzende Baukörper zu schließen und eine neue dreiarmige Wegebeziehung zur Innenstadt mit belebten Erdgeschosszonen zu schaffen, wodurch die innerstädtische Fußgängerzone mit autofreien Bereichen erweitert werden kann. Das Konzept setzt historische Bezüge aus der Altstadt fort.
Auch bei der Gestaltung der Neubauten orientiert sich der Vorentwurf an der gewachsenen Struktur der Bad Sodener Innenstadt. Vorgesehen sind bis zu drei Vollgeschosse. Die festgelegten Gebäudehöhen und geneigten Dächer sollen sicherstellen, dass sich die Neubauten an der vorhandenen Bebauung entlang der Straße Zum Quellenpark und insbesondere an den historischen Kurvillen orientieren. Auch die beiden Gebäude aus den 1970er-Jahren am Platz Rueil Malmaison sollen sich bei einer möglichen Umgestaltung stärker an der historischen Struktur orientieren.
„Urbanes Gebiet“
Für das gesamte Plangebiet ist die Nutzungskategorie „Urbanes Gebiet“ vorgesehen. Damit soll insbesondere verhindert werden, dass Gewerbebetriebe aus der Innenstadt verdrängt werden. Die Erdgeschossbereiche sollen auch künftig Raum für Geschäfte, Gastronomie, Dienstleistungen und weitere innerstädtische Nutzungen bieten.
Parallel zur Bebauungsplanung wird auch der umliegende Straßenraum betrachtet und neu konzipiert. Zudem soll eine Gestaltungsfibel erarbeitet werden, die künftig als Leitlinie für die architektonische Qualität neuer Gebäude dienen kann.
Bürgerinnen und Bürger frühzeitig beteiligt
Die Öffentlichkeit ist von Beginn an in die Entwicklung des Adlerkarrees einbezogen. Bereits im Juni des vergangenen Jahres informierte die Stadt im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung über das städtebauliche Konzept. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger sowie Anlieger und Gewerbetreibende nahmen teil und brachten zahlreiche Fragen und Anregungen ein.
Die frühzeitige Beteiligung soll nun im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens fortgesetzt werden. Obwohl bei einem Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren auf eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung verzichtet werden könnte, hat sich die Stadt aufgrund der besonderen Bedeutung des Projekts bewusst für eine umfassende Beteiligung entschieden.
Der jetzt beschlossene Vorentwurf wird öffentlich ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger haben damit erneut die Möglichkeit, sich über die Planungen zu informieren und Anregungen einzubringen. Die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange erfolgt parallel. Zusätzlich ist eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung vorgesehen.
Das weitere Verfahren
Im weiteren Bebauungsplanverfahren werden die eingehenden Stellungnahmen geprüft und in die weitere Planung einbezogen. Auf dieser Grundlage wird der Bebauungsplan weiter ausgearbeitet und anschließend den städtischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.
Ein wichtiger Bestandteil des bisherigen Planungsprozesses war außerdem die frühzeitige Einbindung der Denkmalschutzbehörden. Die historische Struktur der Innenstadt und die besondere Bedeutung des Umfelds der Kurvillen werden bei der Ausarbeitung entsprechend berücksichtigt.
Auch der geplante Abbruch des heutigen Rathausgebäudes ist Bestandteil der weiteren Entwicklung des Areals. Für das Gebäude wurde inzwischen eine umfassende Dokumentation erstellt, sodass bereits eine Abbruchgenehmigung erteilt werden konnte.
Foto: Hier entsteht Neues mit viel Potenzial: Das Areal rund um das Rathaus und der angrenzende Adlerplatz werden im Rahmen des neuen Bebauungsplans umgestaltet.
