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Dienstjubiläum
Bürgermeister Dr. Frank Blasch feiert 25 Jahre
Fußballkommentator statt Neujahrsredner, Sportjournalist statt Bürgermeister? Wenn es nach den ursprünglichen Vorstellungen von Dr. Frank Blasch gegangen wäre, hätte sein Berufsleben durchaus einen anderen Verlauf nehmen können. Doch manchmal kommt es eben anders – und im Rückblick vielleicht genau richtig. Am 1. September 2026 konnte Bad Sodens Bürgermeister auf 25 Jahre im öffentlichen Dienst zurückblicken. Gewürdigt wurde das Dienstjubiläum im Rahmen der Magistratssitzung.
Seine berufliche Laufbahn begann Dr. Frank Blasch im Jahr 2002 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort promovierte er zum Dr. rer. pol. Anschließend führten ihn seine beruflichen Stationen zum Statistischen Bundesamt nach Wiesbaden, in das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und schließlich in die Hessische Staatskanzlei. Dort war er zunächst als Referent und später als Referatsleiter tätig. Seit dem 1. März 2018 steht er als Bürgermeister an der Spitze der Stadt Bad Soden am Taunus.
Politische Laufbahn: „So nicht geplant“
Der Weg in die Politik war dabei keineswegs von langer Hand geplant. „Ich bin da eigentlich so reingerutscht“, erinnert sich Blasch. Mit 18 Jahren trat er der CDU bei. Aus dem zunächst politischen Interesse entwickelte sich mit den Jahren immer mehr Verantwortung. Als der damalige Bad Sodener Bürgermeister Norbert Altenkamp 2017 in den Deutschen Bundestag wechselte und damit das Bürgermeisteramt frei wurde, stellte sich schließlich die Frage: Könnte das etwas für ihn sein? Eine Frage, die Blasch nicht allein beantwortete. Auch Ehefrau Wibke, mit der er seit 2012 verheiratet ist, wurde selbstverständlich in die Überlegungen einbezogen. Sie war von Osnabrück in den Taunus gezogen und gab schließlich grünes Licht für den nächsten großen Schritt. Die Entscheidung für das Bürgermeisteramt hat Blasch bis heute nicht bereut. „Ich liebe die Abwechslung. Hier gibt es so viele unterschiedliche Themen vom Tiefbau bis zum Kindergarten, von Stadtplanung bis Wirtschaftsförderung“, sagt er.
„Ich liebe die Abwechslung“
Gerade diese Vielfalt ist es, die den Bürgermeister an seinem Amt besonders schätzt. Auch die Arbeit in der Staatskanzlei habe ihm viel Freude gemacht und sei abwechslungsreich gewesen. „Aber Bürgermeister ist noch einmal etwas anderes.“ Denn in diesem Amt geht es vor allem um Menschen.
Am liebsten ist Blasch deshalb dort, wo er „rauskommt“, mit den Menschen der Stadt zusammenkommt: bei Veranstaltungen, bei Besuchen zu Geburtstagen und Jubiläen oder bei den zahlreichen Begegnungen im Alltag. Dass ihm dieser Teil des Amts liegt, überrascht kaum. Blasch ist seit vielen Jahren selbst ein engagierter Vereinsmensch – unter anderem beim Kerbeverein Neuenhain und im Männergesangverein Apollo.
Auf die Gesundheit achten
Leicht ist der Alltag als Bürgermeister nicht immer. Ein Termin reiht sich an den nächsten, nicht selten bleibt unter der Woche kaum ein Abend ohne Verpflichtung. Damit die Dauerbelastung nicht auf Kosten der Gesundheit geht, setzt Blasch auf gutes Zeitmanagement und möglichst frühe Planung. Und auf feste Termine, die genauso verbindlich im Kalender stehen wie die dienstlichen Verpflichtungen: Fitnessstudio und regelmäßige Joggingrunden gehören dazu.
Eine weitere feste Größe im Kalender ist das wöchentliche Mittagessen mit Ehefrau Wibke. Wer den Bürgermeister dabei schon einmal in einem der Bad Sodener Restaurants gesehen hat, könnte meinen, die beiden pflegten damit einfach ein besonders schönes wöchentliches „Date“. Ganz falsch ist das nicht – aber der Termin hat auch einen praktischen Nebeneffekt: „Wir schaffen es dann, uns mal in Ruhe abzusprechen und ein paar Dinge durchzugehen.“
Es gibt nicht nur die Arbeit
Zeit für Familie, Freunde und Hobbys bleibt trotzdem. Wenn es der Terminkalender zulässt, zieht es Blasch ins Stadion zu seinem Herzensverein, der Frankfurter Eintracht. Das Singen im Männergesangverein und Proben und Auftritte mit den Samba-Jüngern sorgen ebenfalls für Ausgleich – und zugleich für die Gelegenheit, Freunde und Gleichgesinnte zu treffen. Bei der Frage, worauf er besonders stolz ist, muss Blasch allerdings nicht lange überlegen: „Auf meinen Sohn und meine Familie.“ Sohn Jakob wurde 2017 geboren.
Die größte Herausforderung
Die wohl größte Herausforderung seiner bisherigen Amtszeit ist für ihn ebenfalls schnell benannt: die Corona-Pandemie. Gerade die kurzfristige Reaktion auf immer neue Anforderungen und die Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger hätten diese Zeit zu einer besonderen Belastungsprobe gemacht.
Dass Blasch auch in schwierigen Situationen ruhig und lösungsorientiert bleibt, ist eine Eigenschaft, die ihm auch langjährige Wegbegleiter bescheinigen. Erster Stadtrat Dr. Felix Fischer, Jugendfreund seit Kindertagen, übernahm es, im Rahmen der Magistratssitzung einige Worte zum Dienstjubiläum zu sprechen. „Du hast dich jetzt fast dein halbes Leben im öffentlichen Dienst für die Allgemeinheit eingebracht – und das zeichnet dich aus“, sagte Fischer. Er beschreibt seinen Jugendfreund als bodenständig, nie abgehoben und als einen, „der nicht nur redet, sondern auch anschiebt und macht“. „Nach deinem Werdegang durch die verschiedenen Stationen können wir uns glücklich schätzen, dich jetzt hier als Bürgermeister zu haben.“
Auch Personalratsvorsitzender Patrick Fangmann überbrachte die Glückwünsche der Belegschaft. „Die Tür des Bürgermeisters ist für den Personalrat, aber auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer offen“, sagte Fangmann. Mit seiner offenen Art sei Blasch ein „toller Repräsentant unserer Stadt“.
Eine besondere Fähigkeit des Bürgermeisters dürfte dabei vielen bekannt sein: sein außergewöhnliches Gedächtnis. Ob einstündige Haushaltsrede oder Ansprache beim Neujahrsempfang – Blasch kommt in der Regel ohne Manuskript aus. Eine Ausnahme gibt es allerdings: bei Trauerreden für Menschen, die ihm persönlich nahestanden oder die er gut gekannt hat. Dann liegt zumindest ein kleines „Gedächtniskärtchen“ bereit. „Da habe ich ein bisschen Angst, den Faden zu verlieren, wenn ich mal emotional werde.“
Vorausschauend und lösungsorientiert
Ansonsten gilt Blasch als vorausschauend, ausdauernd und ausgesprochen lösungsorientiert. Und als jemand, der sich auch von schwierigen Situationen nur schwer aus der Ruhe bringen lässt. Eigenschaften, die ihm in den vergangenen 25 Jahren im öffentlichen Dienst zweifellos zugutegekommen sind.
Auf eine große Feier zu seinem Dienstjubiläum hatte der Bürgermeister übrigens bewusst verzichtet. Ein paar persönliche Worte, die Urkunde und die Glückwünsche im Kreis des Magistrats – mehr sollte es für ihn nicht sein. Umso treffender fiel deshalb sein eigener Blick auf die vergangenen Jahre aus: „Es ist ein Geschenk, für die Stadt zu arbeiten, in der ich zuhause bin.“
Foto: Glückwünsche zum 25-jährigen Dienstjubiläum überbrachte Jugendfreund und Erster Stadtrat Dr. Felix Fischer dem Jubilar Bürgermeister Dr. Frank Blasch.
