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martin schellhorn
Vom schönsten Arbeitsplatz in den Ruhestand
Wie sieht er aus der so genannte „wohl verdiente Ruhestand“? Martin Schellhorn aus der Verwaltung der Stadt Bad Soden am Taunus wird die Frage in Kürze beantworten können. Der Leiter des Fachbereichs Bürgerservice und Kultur räumt Ende Juli seinen Schreibtisch leer. Eine Nachfolgerin ist bereits gefunden.
Als Martin Schellhorn in den 1980er-Jahren auf dem Frankfurter Campus Pädagogik studierte und erfolgreich abschloss, hatte er nur ungefähre Vorstellungen von seinem künftigen Berufsleben. „Vielleicht in Richtung Erwachsenenbildung“, überlegte er, „etwas, in dem ich Wissen, Professionalität und gutes Miteinander einbringen kann.“ Obwohl er all das schließlich umsetzen konnte, hat sich seine Laufbahn dann doch ganz anders entwickelt.
Kosmos Kita
Seine Erkenntnisse aus dem Studium und erste berufliche Schritte in der Praxis vereint hatte er Ende der 1980er-Jahre in einem Frankfurter Hort, wechselte zu einer anderen Einrichtung, in der ihm die stellvertretende Leitung anvertraut wurde. Im Frühling 1998 kam er nach Bad Soden am Taunus und übernahm die Verantwortung für die städtische Kita „Am Hübenbusch“. Bis zum Jahr 2007 war das für Martin Schellhorn eine intensive Zeit, und seine Einblicke in den Kosmos „Kindertagesstätte“ kamen ihm in den Folgejahren sehr zugute.
Als er dann vom trubeligen Kita-Leben ins Rathausbüro zur Abteilung Kinder, Jugend, Senioren und Soziales wechselte, konnte er auf seine Erfahrungen aus der Kita bestens zurückgreifen, wenn es beispielsweise um den Krippenausbau ging, also der Betreuung für die Unter-Dreijährigen. Verträge abschließen und Investitionen kalkulieren – da konnten die Kollegen und Vorgesetzten auf seine Expertise bauen. Beinahe folgerichtig übernahm er im Jahr 2017 die Leitung der Abteilung und führte sie bis Anfang 2024 erfolgreich, als der Bürgermeister Dr. Frank Blasch ihm die Aufgabe als Fachbereichsleiter übertrug. Und damit auch einen Arbeitsplatz im derzeit wohl schönsten Verwaltungsgebäude der Stadt: dem Paulinenschlößchen.
„Ruhige Hand“
„Rückblickend war das eine gute, konsequente Entwicklung“, findet der 65-Jährige, „auf dem breiten Fundament von wissenschaftlicher Theorie und Erfahrungen aus der Kita-Arbeit konnte ich wichtige Entscheidungen in der Verwaltung vorbereiten und umsetzen“. Mit seiner Verantwortung für den gesamten Verwaltungsbereich Bürgerservice und Kultur wuchs natürlich auch sein Aufgabenspektrum: neben dem Sozialen, der Informationstechnologie, dem Bürgerbüro mit Standesamt, dem umfangreichen Kulturbetrieb sowie der Sachgebiete Feuerwehr und FreiBadSoden. Das bedeutet durchgetaktete Zeit, Freude an kreativen Lösungen, aber auch viel Personalverantwortung. „Sicherlich kein 8-bis-16-Uhr-Job“, sagt er realistisch. „Die Leitung mit ruhiger Hand“ – die ihm immer wieder von Kollegen bescheinigt wird – hat ihm geholfen, das große Pensum zu bewältigen.
Die Bad Sodener Stadtverwaltung und seinen Fachbereich im Besonderen sieht er für die Zukunft gut gerüstet. Nachfolgerin Steffi von Landenberg, jetzt Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing und Martin Schellhorns Vertreterin, hat sich in enger Abstimmung mit dem künftigen Ruheständler bereits in die Themenfelder eingearbeitet. „Das wird ein nahtloser Übergang“, freut sich der scheidende Fachbereichsleiter.
Körper und Geist
Die Entwicklung wird er dann entspannt vom Liegestuhl aus verfolgen, kündigt er schmunzelnd an. Ja, mehr Zeit für sich haben und hoffen, dass sie nicht so schnell wie bisher vergeht – das sind Martin Schellhorns Erwartungen für die große Etappe nach dem Berufsleben. Musik – bevorzugt Psychedelic und Indie – wird ihm weiter wichtig bleiben, als Gast-DJ im Radio, als Unterstützer im Plattenladen oder bei Livekonzerten. Und natürlich die Fitness. „Laufrunden durch den Taunus halten Körper und Geist beweglich“, ist der 1,95 Meter große sportlich Aktive überzeugt.
Foto: Künftig mehr Muße für Zeit im Grünen: Martin Schellhorn vor dem Paulinenschlößchen im Alten Kurpark.
