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Kinderparlament
Spielplatzbegehung in der Rohrwiese
Die Wahl des Treffpunkts war dabei kein Zufall: Der Lehrpark Rohrwiese ist Anfang der 2000er Jahre aus einem Antrag des Kinderparlaments hervorgegangen und hielt an diesem Tag noch eine Überraschung für die Jungpolitiker bereit.
Reges Interesse auch bei den Erwachsenen
Begleitet wurden die Kinder von der Leiterin des Kinderparlaments, Stadtverordnetenvorsteherin Dorothée Fink, Bürgermeister Dr. Frank Blasch sowie Mitarbeitern der städtischen Abteilung Gebäude und Liegenschaften und der Stadtgärtnerei. Auch einige Stadtverordnete hatten die Einladung angenommen, ihren jungen Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.
Kleinere Reparaturen und größere Wünsche
Zunächst machten sich die Kinder ein Bild des Spielplatzes und stellten fest: Das Netz des Basketballkorbs muss erneuert werden und das Karussell ist schwergängig. Beide Punkte wurden auf die Aufgabenliste für die Abteilung Gebäude und Liegenschaften geschrieben. Der Wunsch nach einem größeren Bodentrampolin konnte nicht erfüllt werden, weil das vorhandene Trampolin bereits das größte Modell seiner Art ist. Hier versprach der Bürgermeister jedoch, prüfen zu lassen, ob der noch verfügbare Platz für ein zweites Trampolin ausreiche. Auch die Anregung, das Klettergerüst um ein Netzdach zu erweitern, wird geprüft.
Viel zu entdecken im Ökologischen Lehrpark
Nach einer kurzen Pause sammelten sich die Kinderparlamentarier vor dem Tor des Spielplatzes. Hier wartete Klemens Fischer vom Naturschutzbund (NABU) Bad Soden, um sie durch den benachbarten Ökologischen Lehrpark Rohrwiese zu führen. Eingerichtet wurde der Lehrpark vor knapp 20 Jahren von der Stadt Bad Soden am Taunus unter Mitarbeit des NABU Bad Soden und des Vereins Wir für Bad Soden. Privatleute und Unternehmen spendeten neben finanziellen Mitteln auch Bäume, Sträucher und Infotafeln. Die Pflege des Lehrparks übernimmt seither die Stadt Bad Soden am Taunus in Abstimmung mit dem NABU.
Eine Eiche als Zeitzeugin
Besonders interessiert zeigten sich die Kinder an der großen Baumscheibe einer alten Eiche, die im Jahr 2002 gefällt werden musste. Gekeimt hatte diese Eiche im Jahr 1860; eine Schautafel erläutert anhand der 142 Jahresringe historische Ereignisse in Bad Soden am Taunus. Auch am Insektenhaus hörten die Kinder gespannt zu, was Naturschutzexperte Klemens Fischer zu erzählen hatte: Nicht nur das Haus selbst ist bewohnt, sondern auch sein „Vorgarten“. Auf der Wiese hinter dem Insektenhaus fühlt sich nämlich die Gelbe Wiesenameise überaus wohl – erkennbar an Dutzenden Nesthügeln in der Wiese, die jeweils ein Ameisenvolk beherbergen.
Teich wird wiederhergestellt
Am Fledermausturm und am Schwalbenhaus interessierte die Kinder natürlich eine Frage brennend: Sind die Unterschlupfe bewohnt? Hier konnte Klemens Fischer berichten, dass das Schwalbenhaus in diesem Jahr leider leer geblieben war, während der Fledermausturm gut angenommen wurde. An der letzten Station, dem Teich, zeigte sich ein Nebeneffekt, der auftritt, wenn man nicht aktiv in ein Ökosystem eingreift: Das widerstandsfähige Schilfrohr hat den Teich inzwischen soweit übernommen, dass das Gebiet zu verlanden droht. Hierzu erklärte Klemens Fischer, dass sich freiwillige Helfer demnächst um einen Rückschnitt des Schilfrohrs kümmern werden, damit sich Molche, Frösche und Libellen wieder wohler fühlen.
Ein Speierling als Überraschung
Nach der Führung wartete eine besondere Überraschung auf die Gruppe: Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kinderparlaments wird im Lehrpark Rohrwiese ein Jubiläumsbaum gepflanzt – ein Speierling, der an das Engagement und das Mitwirken der Kinder erinnern soll. Bei dem gemeinsamen Termin wurde bereits die dazugehörige Messingplakette enthüllt. Der Speierling selbst wird im Laufe des Herbsts gepflanzt, wenn das Wetter und die Jahreszeit einen größeren Anwuchserfolg versprechen.
Foto: Bei bestem Wetter führte Klemens Fischer vom NABU Bad Soden die Kinderparlamentarier durch den Lehrpark Rohrwiese und erklärte den interessierten Kindern die verschiedenen Bestandteile des Ökosystems. Quelle: Stadt Bad Soden am Taunus
