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10 Jahre Städtepartnerschaft mit Franklin, Tennessee

Als Bad Soden am Taunus und das französische Rueil Malmaison vor über 50 Jahren ihre Städtepartnerschaft begründeten, geschah dies vor allem als Teil einer deutsch-französischen Regierungsinitiative, um mit derartigen Verbindungen ein deutliches politisches Zeichen der Annäherung zu setzen. Dass Bad Soden am Taunus und das US-amerikanische Franklin in Tennessee vor zehn Jahren "Sister Cities" geworden sind, hat dagegen seine Wurzeln im bürgerschaftlichen Engagement und dessen Unterstützung durch die Stadtparlamente auf beiden Seiten des Atlantiks.
Franklin, Tennessee, eine Stadt, die mit Stolz und Sorgfalt ihr geschichtliches Erbe und damit auch die Rolle deutscher Einwanderer pflegt, begann 2012 mit der Suche nach einer deutschen Partnerstadt, auch mit dem Ziel, Deutsch als Fremdsprache an den örtlichen Schulen stärker zu verankern. Zu den ersten Ansprechpartnern der Initiative gehörte die in Bad Soden lebende Rachel Obermeier, Amerikanerin, in Tennessee geboren und aufgewachsen. Zusammen mit ihrem Counterpart Patricia Kriebel vonseiten Franklins sondierten die beiden Frauen die wesentlichen Gemeinsamkeiten Bad Sodens und Franklins: die räumliche Nähe zu wichtigen Großstädten mit Nashville und Frankfurt, das ausgeprägte Interesse an Kultur und Geschichte in beiden Städten, ihre jeweilige Einbettung in eine grüne Natur, ihre günstige Lage für weitergehende Reisen in Deutschland und Europa bzw. den amerikanischen Südstaaten und manches mehr.
Schnell wurde klar, dass Franklin und Bad Soden am Taunus gut zueinander passen würden. Kriebel und Obermeier begannen daraufhin, Unterstützer für die Idee einer Städtepartnerschaft zu rekrutieren. In Bad Soden am Taunus reihten sich rasch Freunde, Nachbarn und Mitglieder des IKUS, aber auch Stadtverordnete in die Initiative ein.
Als Franklins Bürgermeister Dr. Ken Moore den Willen seiner Stadt signalisierte, eine Partnerschaft mit Bad Soden am Taunus zu besiegeln, begann auch hier die politische Überzeugungsarbeit. Wesentliche Unterstützung kam vom damaligen Bürgermeister Norbert Altenkamp und dem früheren Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt. Beide Politiker machten klar, dass eine Städtepartnerschaft mit Franklin nur Erfolg haben werde, wenn sie "von unten" aus der Bürgerschaft heruas getragen würde. Dementsprechend war es kein Zufall, dass noch vor der offiziellen Beurkundung der Partnerschaft im September 2016 der erste Schüleraustausch zwischen der Albert Einstein Schule (AES) und High Schools in Franklin und Umgebung erfolgreich absolviert werden konnte.
Das Prinzip bürgerschaftlichen Engagements prägt bis heute die Freundschaft von Bad Soden und Franklin. Der jährliche Austausch von Schülern und Praktikanten ist unverändert ein zentraler Eckpfeiler der Beziehung, vom zuständigen Lehrerkollegium an der AES mit großem persönlichem Einsatz gefördert. Persönliche Freundschaften und private Reisen haben sich entwickelt, der "Homestay", also der Aufenthalt in einer amerikanischen oder deutschen Familie gehören wie selbstverständlich dazu. Die Feuerwehren beider Städte haben einen kameradschaftlichen Austausch entwickelt. Kulturprojekte spielen eine wichtige Rolle, so die von Michael Hein kuratierte mehrwöchige Humboldt-Ausstellung in Tennessee oder eben nun die große Franklin-Ausstellung mit vielen Begleitveranstaltungen in Bad Soden, organisiert von der Stadt Bad Soden und dem IKUS. Zur Eröffnung der Ausstellung und dem anschließenden Deutsch-Amerikanischen Fest im Alten Kurpark am 5. Oktober 2026 werden der Bürfgermeister Dr. Ken Moore und rund 20 Gäste aus Franklin erwartet. (Hans Obermeier, IKUS)